„Goal Control“ hätte es klären können - Podiumsdiskussion an der RWTH zur Torlinientechnik

26.05.2014
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Mats Hummels: Torschütze ja oder nein? Nach Dirk Broichhausen, Geschäftsführer von Goal Control aus Würselen, hätte die Torlinientechnik seines Unternehmens klar anzeigen können, ob der Kopfball des Dortmunder Spielers im diesjährigen DFB-Pokalfinale hinter der Linie war oder nicht.

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Nicht nur in den Medien, Fußballvereinen und an den Stammtischen wurde über das Thema ausgiebig und emotional diskutiert. Das Bürgerforum „RWTHextern“ und das Alumni-Netzwerk der RWTH hatte zu einer – schon lang vorher geplanten - Diskussionsrunde eingeladen. „Tor oder nicht Tor“ lautete passend das Thema. Sowohl Dirk Broichhausen als auch Reiner Plaßhenrich, Co-Trainer der Alemannia und Ex-Profi, und Darius Kudela, Schiedsrichter in der Mittelrhein-Liga, sprachen sich für die Anwendung der Torlinientechnik aus. „Für die Schiedsrichter ist es eine sinnvolle Hilfe,“ so Kudela, der dem Schiedsrichter-Perspektivkader des DFB angehörte und zurzeit kurz vor dem Abschluss seines Medizinstudiums an der RWTH steht.

Die Gesprächsrunde unter der Moderation von Christoph Pauli, Sport-Chef des Aachener Zeitungsverlags, beließ es aber nicht nur bei der Erörterung der aktuellen Ereignisse, sondern machte sich auch Gedanken über mögliche Konsequenzen auf das sportliche Geschehen. Wieviel technische Einflußnahme verträgt der Fußball? „Wir sind nicht weit davon entfernt, mit unserer Technologie beispielsweise auch Abseitsfragen zu klären,“ so Broichhausen. Darüber hinaus sei ebenso die Anwendung in der Spielanalyse machbar. Trotz dieser Möglichkeiten sollte die Torlinientechnik – darin waren sich die Experten auf dem Podium einig - nur in der Frage nach ‚Tor oder nicht Tor’ zum Einsatz kommen.

Nach dem nicht anerkannten Tor des englischen Mittelfeldspielers Frank Lampard 2010 im WM-Viertelfinalspiel Deutschland – England hat der Weltfußballverband FIFA seine Meinung geändert und schließlich die Torlinientechnik zum diesjährigen WM-Turnier in Brasilien zugelassen. Vielleicht könnte der jüngste Streitfall beim Pokalfinale nach der mehrheitlichen Ablehnung der deutschen Profivereine möglicherweise ebenfalls das Blatt zugunsten der Torlinientechnik wenden. Dirk Broichhausen hat jedenfalls die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Torlinientechnik doch noch im deutschen Fußball – zumindest in der Bundesliga - zum Einsatz kommt: „Es ist keine technische sondern eher eine kommerzielle Frage. Vielleicht könnten ja hier die reicheren Clubs die anderen etwas unterstützen.“

BU: Diskutierten über den Einsatz der Torlinientechnik: Darius Kudela, Dirk Broichhausen, Reiner Plaßhenrich und Moderator Christoph Pauli (v. l. n. r.)